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Bericht zur Mofi am 28.09.15

Hallo liebe Sternfreunde,

ich bin schon um 3:40 Uhr aufgestanden um diese Himmelschauspiel zu bewundern. Meine kleine Sternwarte ist schnell geöffnet und einsatzbereit.
Beim Öffnen des Schiebedaches funkelt schon die aufgehende Venus durch einen Spalt des Daches. Der Himmel ist so klar, wie wir es selten erleben. Der Mond ist bereit zum Teil bedeckt. Das Aufstehen hat sich gelohnt.
Über der WhatsApp-Gruppe nehme ich Kontakt mit anderen Sternfreunden dieses Beobachterkreises auf. Ein Kollege ist schon seit 2:00 Uhr am Fotografieren.
Für die Beobachtung nutze ich den kleinen 100er Refraktor mit 24facher Vergrößerung und Binokularansatz. Toll! Der Mond ist schon zum größten Teil grau-braun verdunkelt. Es zeigen sich im bedeckten Teil aber noch Oberflächenkonturen.  Er ist umgeben von einigen Sternen mit unterschiedlichen Helligkeiten. Meine Aufmerksamkeit wird auf eine nahende Sternenfinsternis gelenkt. Wenige Minuten später verschwindet der Stern plötzlich hinter dem Mond. Das schnelle Verschwinden lässt mich erkennen, dass der Mond keine Atmosphäre hat.
Die Verfärbung des Mondes ändert sich allmählich. Jene, die schon mehrfach Mondfinsternisse beobachtet haben, wissen, dass sich die Verfärbung nicht immer in den gleichen Farben und Intensität ergibt. Nach der vierstufigen Skala von Danjon würde ich diese Finsternis zu diesem Zeitpunkt in die Stufe 1 einordnen. Einflussgrößen auf die Verfärbung können die Sonnenaktivität, sowie die  Verunreinigung der Atmosphäre durch Vulkan- oder Meteorstaub sein. Die Bewölkung spielt sicherlich auch eine Rolle.
Der Mond ist mit Bino fantastisch. Bei ca. 2° Gesichtfelddurchmesser hebt sich der verfinsterte Mond eindrucksvoll vom Himmelshintergrund ab. Das Mare Imbrium, der Oceanus Procellarum und das Mare Nubium sich in Umrissen erkennbar. Aber die Details sind bei diesem Anblick nicht mehr so wichtig. Der Mond schwebt quasi vor mir. Ich denke an die Apollo-Astronauten auf ihrem Weg zum Mond, an diesen erhabenen Anblick aus dem Fenster des Raumschiffs.
Während ich diesen Bericht schreibe, wechsle ich immer wieder zum Teleskop. Der Mond ist jetzt wieder zur Hälfte im Halbschatten und die braun-rötliche Verfärbung ist verschwunden. Der Kernschattenrand ist etwas diffus und lässt die Lichtberechnung in der Erdatmosphäre erkennen.
Allmählich verblassen die Sterne in der nahenden Morgendämmerung. Bevor ich meine Sternwarte wieder in den Ruhezustand überführe, noch einen Schwenk auf die Venus. Bei 60facher Vergrößerungen ist die Phase sehr gut zu sehen. Der Anblick ist vergleichbar mit dem Mond ca. 3-4 Tage nach Neumond.  
Es wäre schön, wenn ihr diesen Artikel mit euren Beobachtungen ergänzt.

cs

Hubert

Kommentare  

 
#2 wdzieran 2015-10-05 21:49
Schöner Bericht!
Ich war leider viel zu krank, um dieses Ereignis richtig genießen zu können, für ein paar Blicke und einen kleinen Bericht hat es trotzdem gereicht:
http://astroblog-lippspringe.blogspot.de/2015/10/28-september-mondfinsternis.html
Klaren Himmel!
Wolfgang
 
 
#1 Astrofuchs 2015-09-28 17:12
Hallo Hubert,
schöner Beobachtungsber icht.Ich kann Deine
Eindrücke voll bestätigen.Am Abend war es noch ungewiss, ob das Wetter überhaupt mitspielt, nachdem ja für das nördliche Münsterland und auch für OWL durchziehende Wolkenfelder angekündigt waren. Am Abend bestätigte sich das auch aber zum eigentlichen ereignis war es oh Wunder super klar. Dobson stand schon draussen. Die Familie wollte auch geweckt werden und am Spektakel teilhaben. Nachdem der Kernschatten sich zeigte dann schnell alle geweckt.
Dann alle 10 Minuten mit einer kleinen Digiknipse in Okularprojektio n am Dobson (200mm /1632mm)mit einem 40 mm Okular Aufnahmen gemacht. Solange die Belichtungszeit en sich noch im Bereich 1/200 -1/500 sec bewegten ging das auch ganz gut. Aber während der Totalität musste ich auf 1600 ISO umstellen und mit 2-3 Sec belichten. Also Unschärfe vorprogrammiert .Aber einige wenige Aufnahmen sind dann doch ganz brauchbar geworden. Hin und wieder auch visuell beobachtet und ich hatte einen richtig plastischen Eindruck. Natürlich nicht wie im Bino aber immerhin. Schön waren die schwachen Sterne in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Trabanten. Und schwupp die wupp war auch die Zeit der Totalität vorüber. Die Familie war begeistert- suchte allerdings aufgrund der 6 Grad Celsius draussen nach anderthalbs Stunden wieder das warme Bett auf. Ich hielt durch bis 6 Uhr. Musste dann vom Dobson umschwenken auf ein 80 mm Spektiv, da der Mond durch den Nachbarsbaum auf der Terasse verdeckt wurde. Also ins Obergeschoss und durchs Schlafzimmerfen ster per Spektivweiter fotografiert während meine Frau im Hintergrund schon wieder im Reich der Träume war.
Fazit: Eine wunderbare Finsternis mit einem tollen Mond und das Wetter spielte mal richtig gut mit. Mein Empfinden war, dass es eine recht dunkele Finsternis war.
Freue mich schon auf die nächsten astronomischen highlights.
Grüsse aus Bielefeld
Rainer
 

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